Schreibblockade

Zwei Jahre lang lag er der amerikanischen Patentbehörde vor, bis er nun endlich genehmigt wurde. Die Rede ist von Apples Patentantrag zur „textbasierten Kommunikationskontrolle für ein persönliches Kommunikationsgerät“. Jetzt das Ganze in Nicht-Bürokratensprache: Der Computer-Riese hat Patent eingereicht für einen neuartigen SMS-Filter, der anstößige Wörter in Textnachrichten künftig unterbinden soll…

Laut eines Tagesspiegel-Berichts zielt das innovative Filterprogramm „auf das vor allem unter Jugendlichen so beliebte „Sexting“ (Sex und Texting) ab (…) Ist die neue Einstellung im Handy-Menü erst einmal aktiviert, fordert sie den Nutzer beim Entdecken anstößiger Begriffe auf, den Text zu ändern – oder löscht ihn, falls dies verweigert wird. Der Filter soll sogar auf das Alter der Nutzer und ihre Schulreife einstellbar sein und erfasst auch jugendspezifische Jargon-Worte und Abkürzungen.“

Vielen stellt sich nun die Frage, ob es Apple dabei wirklich um praktizierten Jugendschutz auf den Apple-Mobiltelefonen geht. John Dvorak vom PC-Magazin hat da zum Beispiel eine andere Vermutung: „Bei diesem Patent geht es nicht um Sexting, sondern die Kontrolle politischer Aussagen. Denn Apple möchte ja seine Handys auch im Iran, in China, in Saudi-Arabien und überall dort verkaufen, wo abweichende politische Meinungen als Verbrechen angesehen werden.“


Mit dieser Meinung steht Dvorak nicht alleine da. Abgesehen davon ist vielen von uns jetzt schon klar, dass Teenies mit ziemlicher Sicherheit, Cleverness und Schnelligkeit Wege finden werden, den Kontrollfilter zu umgehen. Schließlich sind Jugendliche nicht auf den Kopf gefallen und beweisen großes kreatives Potential bei der Schaffung neuer Schimpfworte. Oder glauben Sie wirklich, dass iPhone und Co. einen Afterhöhlenforscher oder etwa die Nougatfalte als „böses, böses Wort“ identifizieren würden? ☺

(Bildquelle: Apple)

Ein Kommentar

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  1. also so schnell wie sich die Jugendsprache teilweise ändert … und so ein Filter kann wirklich auch für ganz andere Zwecke benutzt werden – nicht nur für den Jugendschutz … ob das BKA dann diese Filter auch in Einsatz bringt 😉

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