Big Brother – the next level

Thema heute: Verstecken. Ob vor der geschwätzigen Nachbarin im Treppenhaus, dem überraschend klingelnden GEZ Kontrolleur, der nachtragenden Ex-Freundin im Supermarkt oder dem permanent anrufenden Arbeitskollegen – auch im Erwachsenenalter geht man dem „Ich bin nicht da“-Spielchen gerne mal nach. Blöd nur, dass sich dies für Smartphone-Besitzer und Freunde von Social Networks bald nicht mehr als Kinderspiel erweist…

Warum? Dank der Funktion Facebook Places können Facebook-Mitglieder seit 18. August live verfolgen, wo sich ihre Online-Freunde gerade befinden. Das Ganze funktioniert über internetfähige Smartphones, frei nach dem Prinzip: Ruft der Facebook-Nutzer an einem bestimmten Ort per Smartphone Facebook auf, wird sein aktueller Standort für seine (zumindest digitalen) Freunde sichtbar. Dabei liest das Smartphone über den eingebauten GPS-Empfänger automatisch den aktuellen Standort aus und übermittelt ihn an das Social Network-Portal.

Doch damit nicht genug: Facebook Places ermöglicht es ebenfalls, Personen an bestimmten Orten zu markieren. Oder anders ausgedrückt: Man kann ohne eigenes Zutun mit einem bestimmten Standort in Verbindung gebracht werden. Besonders ärgerlich also, wenn man beispielsweise der Liebsten etwas von Überstunden erzählt, sich in Wahrheit aber auf ein Bier mit einem Kumpel in der Stammkneipe trifft – und man von diesem oder sogar dem Kneipenwirt im entsprechenden Etablissement markiert wird.

Laut Facebook behalten die Nutzer die Kontrolle über den Schutz ihrer Daten: Sie könnten genau festlegen, wie die Informationen über ihren Standort verwendet und veröffentlicht würden. Einziger Haken: Um die Kontrolle zu behalten, müssen die Nutzer tief in die Privatsphäre-Einstellungen vordringen. Für viele erweist sich dies schon als zu umständlich oder man findet sich schlicht und einfach nicht zurecht.

Deutsche Überstunden-Vorgaukler, Blaumacher und Co. dürfen aber vorerst aufatmen, denn Facebook Places ist derzeit nur in den USA verfügbar. Bald soll der Dienst jedoch für alle 500 Millionen Facebook-Nutzer weltweit verfügbar sein. Sich zu verstecken wird also künftig nur für besonders junge und besonders internetabstinente Menschen ein Kinderspiel bleiben… ☺

(Bildquelle: © Scott Hancock – Fotolia.com)

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar»
  1. Da bin ich ja froh, dass mein altmodisches Handy noch so überhaupt nicht smart ist 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.