Rosenkrieg 2.0

Wie heißt es doch so schön? Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist. In Zeiten der sozialen Netzwerke hat sich das geändert: Heute verrät das Facebook-Profil oft viel mehr über die eigene Persönlichkeit als die lieben Freunde (wobei die Definition eines Freundes in der Social Network-Ära auch eine dringende Überarbeitung nötig hätte). Wie auch immer: So offen, geschwätzig und leichtfertig wie auf Facebook, MySpace, Twitter und Co. zeigt man sich sonst kaum.

Da verwundert es einen nicht, dass diese Offenheit immer öfter von einer ganz bestimmten Berufsgruppe geschätzt wird: den Scheidungsanwälten! Und das nicht zu knapp, wie es in einem Spiegel Online-Bericht zu lesen ist:

„81 Prozent der Mitglieder eines amerikanischen Verbands für Scheidungsanwälte haben schon einmal Beweise gesichtet oder genutzt, die sie in sozialen Netzwerken gefunden haben. Am häufigsten wurde dabei auf Facebook zurückgegriffen: 66 Prozent der Anwälte fanden hier Hinweise, die die Gegenseite ins Schwitzen brachte. (…)“

Die Möglichkeiten, den schwindelnden „Expartner in spe“ zu entlarven, reichen dabei von verräterischen Fotos bis hin zu einfachsten Angaben, die dieser in seinem Profil postet. Im Spiegel Online-Bericht sind passend dazu ein paar anschauliche Beispiele aufgeführt, die ich an dieser Stelle (zumindest in komprimierter Form) niemandem vorenthalten möchte:

  • Eine Mutter, die ihren Marihuana-Konsum vor Gericht leugnete, zeigt sich auf ihren Facebook-Fotos eindeutig beim Genießen der THC-haltigen Droge.
  • Ein Ehemann, der seine Aggressionsprobleme vor Gericht bestritt, beschreibt sich auf Facebook mit diesen weniger friedfertigen Worten: „Wenn du Eier hast, mir unter die Augen zu treten, trete ich deinen Arsch in die Unterwerfung.“
  • Und der Facebook-Account einer Mutter, der in einem Sorgerechtsstreit (ihrer Meinung nach zu Unrecht) mangelnde Vorsorge vorgeworfen wurde, brachte ans Licht: Das einzige, um was sie sich täglich liebevoll sorgte, waren ihre Onlinespiele.

Eine Anwältin aus Colorado bestätigt, dass digitale Beweisstücke wie diese in amerikanischen Scheidungs-prozessen immer häufiger eine Rolle spielen. Für alle Verliebten, die planen, demnächst den Bund der Ehe einzugehen, daher dieser Tipp: „Drum prüfe wer sich ewig bindet, was man über ihn auf Facebook findet.“ ☺

(Bildquelle: © annette shaff – Fotolia.com)

Ein Kommentar

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  1. 😉 lol 😉

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