Piraten unter sich

Viele haben sie schon mal genutzt, aber kaum einer gibt es zu: Die Rede ist von illegalen Tauschbörsen, auf denen man sich Medieninhalte vielerlei Art ganz einfach downloaden kann. Doch warum besorgen sich Menschen Filme, Songs, Spiele und Co. auf dem illegalen Weg? Der Autor der englischsprachigen Seite The Pirate Guy stellte zu diesem Thema eine Liste mit Gründen zusammen, die Leute (seiner Meinung nach) zum Raubkopieren verführen…

Hauptgrund: das so genannte DRM (Digital Rights Management), das beispielsweise das Abspielen und Kopieren von Computerspielen einschränkt. Die Folge: Viele Kunden können das legal erworbene Produkt nur bedingt nutzen. Als weiterer Grund werden die nicht überspielbaren Inhalte genannt, die vornehmlich bei DVD-Käufern für Ärgernis sorgen. So mancher Filmfreund muss nämlich erst eine Reihe von Werbetrailern, Jugendschutzhinweisen und Informationen der Rechteinhaber über sich ergehen lassen, bis er endlich in den eigentlichen Filmgenuss kommt. Des Weiteren werden in der Liste die teilweise noch vorhandenen Regionalcodes, zu hohe Preise und die Medienindustrie selbst als Gründe für Online-Piraterie aufgeführt.

Nicht gefunden habe ich ein weiteres, sehr starkes Argument für den verbotenen Download am heimischen Rechner: Die Bequemlichkeit. So ein einfach erhältlicher Stream oder Download in den eigenen vier Wänden scheint schließlich um einiges attraktiver als der Weg zur nächsten Videothek (und dann muss man den Film ja auch noch zurück bringen!).

Damit ist aber auch widerlegt, dass es den ganzen „Raubkopierern“ nur ums Geld geht. Soll heißen: Es gibt schwarze Schafe. Aber eben nicht nur. Vielleicht sogar überwiegend nicht nur. Und die angeblichen Schäden, die entstehen, muß man nur durch die Anzahl der Piraten teilen und erhält eine immense Summe pro Kopf. Oder man nimmt eine Schätzung für Ausgaben, die sich der Durchschnittshaushalt leisten könnte und teilt den „Schaden“ durch diese Zahl und erhält: Wir sind alle Piraten. Wollten das uns die Rechteverwerter etwa beweisen?

Wir sehen: Die Investition in benutzerfreundliche, durchaus nicht kostenlose Angebote hat Chancen. Und DRM war ein Schuß, der nach hinten losging, denn es benachteiligt die ehrlichen Kunden.

(Bildquelle: www.bytelove.de)

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