Fundstück des Monats #3

Es ist schon faszinierend, was eine clever ersponnene Werbekampagne alles bewirken kann – noch zudem, wenn sie ein eigentlich höchst unsympathisches „Produkt“ wie eine Rundfunkgebühren eintreibende Behörde in ein besseres Licht rücken soll…

Während die GEZ hierzulande vornehmlich auf Ablehnung stößt und die Attraktivität einer mehrstündigen Wurzelbehandlung beim Zahndoktor besitzt, sieht das in Schweden schon völlig anders aus. Zumindest seitdem Radiotjänst, das schwedische Pendant zur GEZ, mithilfe eines perfekt inszenierten Internetfilmchens für eine enorme Verbesserung des eigenen Images und reichlich Gesprächsstoff auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus gesorgt hat.

Die Idee: Eine virale Marketing-Kampagne, bei der aus Otto Normalverbraucher durch ein paar einfache Mausklicks ein echter Internet-Filmheld wird. Das einzige, was für ein paar Minuten Ruhm zu tun ist: Man begibt sich auf die Webseite http://en.tackfilm.se und lädt dort ein Foto seines eigenes Konterfeis hoch. Im Anschluss startet ein aufwendig produzierter Film pathetischen Ausmaßes, in dessen Handlung das Foto geschickt eingebaut wird.

Bisherige Bilanz: Seit Start der Aktion im November 2009 haben sich bereits über 26 Millionen Nutzer weltweit den Video-Clip angesehen – und noch viel wichtiger: Fünfmal so viele schwedische Gebührenmuffel wie ursprünglich geplant haben sich im Anschluss als brave Zahler registriert.

Mein Fazit: Per Mausklick zum Helden einer Hollywood-tauglichen Videoproduktion zu werden und sich anschließend mit nur wenigen Klicks als Gebührenzahler anmelden zu können scheint auf jeden Fall attraktiver, als sich hinter der heimischen Gardinen vorm an der Wohnungstür klingelnden GEZ-Fahnder zu verstecken…

(Bildquelle: http://en.tackfilm.se)

Ein Kommentar

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  1. die Schweden habens einfach drauf 😉

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