Tugend forscht

Während in Deutschland noch immer über ein geeignetes Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Internetinhalte diskutiert wird, rückt ein amerikanischer USB-Stick schon mal dem legalen Schmuddelkram auf die Pelle. Denn misstrauische Ehefrauen, Eltern, Lehrer oder auch Arbeitgeber haben mit dem Porn Detection Stick der Firma Paraben ab sofort die Möglichkeit, Computer nach „nackten Tatsachen“ zu durchsuchen.

Laut Hersteller würde der USB-Stick auf einer 500 GB-Festplatte mit mehr als 70.000 Bildern innerhalb von 90 Minuten pornografisches Material aufspüren – bei einer Trefferquote von 99%. Dabei sucht die Software des Sticks den gesamten Rechner ab, auch temporäre Dateien des Browsers oder bereits gelöschte Dateien entgehen ihr nicht. Einzige Ausnahme: Für verdächtiges Filmmaterial ist der Porn Detection Stick betriebsblind.

Um auf Spurensuche „im Auftrag von Moral und Sitte“ gehen zu können, sind nur zwei Dinge erforderlich. Erstens: den Stick in den PC stecken und die entsprechende Software ausführen. Zweitens: Abwarten – denn schon beginnt der stiftförmige Spürhund mit der Suche. Zur Hilfe kommen ihm dabei speziell ausgetüftelte Algorithmen. Diese untersuchen alle auf dem Rechner vorhandenen Bilder auf Formen, Rundungen, Fleischtöne, Gesichter sowie weitere verräterische Merkmale und filtern Bilder mit vermeintlich schmutzigem Inhalt heraus.

Gut möglich, dass die üblichen Verdächtigen einzig und allein diesen Eingriff in ihre mehr (der eigene PC) oder weniger (der PC am Arbeitsplatz) berechtigte Privatsphäre als wahre Schweinerei empfinden werden… 😉

(Bildquelle: © VivitoArt, Angela Parszyk – Fotolia.com)

Ein Kommentar

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  1. mich würde einmal die false positive / false negative Rate der Software interessieren …

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