Cumulus Chaoticus, bewölktes Europa

Wer von Ihnen kannte bis vor kurzem Eyjafjallajökull? Zugegebenermaßen, auch ich musste ihn googeln, den isländischen Vulkan, der seit 20. März Asche auf unsere Häupter regnen lässt. Und da soll einer nochmal behaupten Island hätte nicht genug Asche …

Dieses Naturereignis zeigte wieder einmal, wie abhängig wir vom internationalen Flugverkehr geworden sind: Reisende aus aller Welt sind an Flughäfen gestrandet, die Airlines machten jeden Tag 150 Millionen Euro Verlust. Täglich rund 28.000 ausgefallene Flüge sorgten für ziemlich gereizte Stimmung, nicht nur an den Flughäfen. So erlebte Herr Ramsauer, wie es sich anfühlt, Prügel aus allen Richtungen zu bekommen. Die Luftlinienlobby schimpft über die Sperrung, die Pilotengewerkschaft über die Aufhebung der Sperrung. Die Fluggesellschaften mosern, daß in Deutschland nicht geflogen werden darf, aber in Österreich sehr wohl. Die Erdkundelehrer sind erschüttert, daß da einige Leute nicht wissen, wo Island ist. Jedenfalls nicht näher an Österreich als an uns 🙂

Die einzigen die sich über die Asche aus Island freuen können sind neben den Freunden der Kalauer die Bahnunternehmen und die über Nacht völlig ausgebuchten Mietwagenunternehmen. Für die Hoteliers hingegen ist es höchstens ein Nullsummenspiel – die alten Gäste bleiben länger, aber die neuen kommen nicht. Aber natürlich freuen sich auch die Anwohner der Flughäfen, die sich über ein paar ruhige Tage freuen dürfen. 😉

Nichts fliegt mehr in Heathrow

Zum Glück ist der Vulkanausbruch aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht schädlich für unser Klima: Die Eruptionswolken bestehen zum Großteil aus Wasserdampf und erreichen lediglich eine Höhe von 4000-7000 Meter.

Die Asche des Tambora (Indonesien), der 1816 zu dem „Jahr ohne Sommer“ führte, erreichte eine Höhe bis weit über 20 km. In der Stratosphäre angelangt kann sich der Staub Jahre lang halten und das Klima nachhaltig beeinflussen. Dies ist beim Eyjafjallajökull nicht der Fall.

Daß die Asche in einer Wolke aus Wasserdampf schwebt, liegt übrigens daran, dass sich direkt am Vulkan ein Gletscher befindet. Dieser hat inzwischen 10 % seiner Fläche verloren. Da niemand weiß wie lange der  Eyjafjallajökull noch spucken wird, ist nicht vorherzusagen, wie weit der Gletscher noch schrumpfen wird. Auch weiß man noch nicht, ob der Ausbruch des Eyjafjallajökull zu weiteren Eruptionen anderer Vulkane führen wird.

Diejenigen unter Ihnen, die hautnah dabei sein wollen, aber begreiflicherweise lieber nicht fliegen wollen, sollten sich folgenden Link (eldgos.mila.is) einmal ansehen. Alle die sich wundern, dass trotz blauen Himmels immer noch eine riesige Aschewolke über uns schweben soll, werden hier hier (www.yr.no) fündig.

Ein Kommentar

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  1. Ich kann den Namen immer noch nicht aussprechen 🙂 Aber schon Wahnsinn, heute hat Heathrow und der Amsterdamer Fluhafen den Flugverkehr wieder eingestellt …

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