Bereit zum Senkrechtstart, Teil 2

Willkommen zurück in der spannenden Welt der Startup-Unternehmen! Weiter geht es dieses Mal mit dem Aufsehen erregenden Vorhaben des amerikanischen Startups eSolar. Ihr Ziel: Sonnenenergie, so billig wie fossile Energieträger. Gelingen soll dies nicht etwa durch Photovoltaik, sondern Solarthermie…

Bill Gross, seines Zeichens Aufsichtsratvorsitzender von eSolar und New Economy-Legende, erklärt in einem Interview mit Technology Review: „Photovoltaik wird nie mit Kohleenergie konkurrieren können. Solarzellen sind nicht das einzige, was teuer ist. First Solar (…) hat die Kosten bei den aktuellen Modulen inzwischen zwar auf 90 Cent pro Watt senken können. Aber selbst wenn sie die Zellkosten bis auf null Cent runterschrauben, hilft das nicht.“ Grund dafür: zusätzliche Kosten, die durch die fachkundige Installation und den Nutzungsgrad der Anlage verursacht werden.

Und warum stattdessen Solarthermie?

„Als wir alle Erneuerbaren Energien durchgingen, die sich in richtig großem Stil umsetzen lassen, merkten wir, dass es eigentlich immer Varianten von Solarthermie waren. Die lässt sich deshalb so gut skalieren, weil alle Materialien reichlich vorhanden sind: Es gibt genug Stahl und Glas, um den gesamten Planeten solarthermisch mit Energie zu versorgen. In der Theorie hatte die Solarthermie schon länger ein großes Potenzial, aber wir wollen es in die Realität umsetzen.“

Zur allgemeinen Erklärung: In solarthermischen Kraftwerken wird Sonnenenergie durch Spiegel-Systeme auf einen Absorber gebündelt. Die dort erzeugte Wärme wird zur Stromproduktion genutzt. Im Falle von eSolar ist es die Spitze eines Solarturms, auf der sich der Absorber befindet, um die reflektierenden Sonnenstrahlen der Spiegel zu sammeln. Im Vergleich zu Solartürmen anderer Firmen sind die Türme und Spiegel von eSolar kleiner, können deshalb einfach in der Fabrik vorgefertigt werden und sind an nur einem Tag errichtet. Besonderer Clou der eSolar Kraftwerke ist außerdem eine spezielle Software, die es ermöglicht, die Spiegel immer korrekt auszurichten:

„Die anderen Solarthermie-Firmen (…) justieren den richtigen Einfallswinkel an den Spiegeln mechanisch, in Abhängigkeit vom Sonnenstand. Wir hingegen sind bisher die einzigen, die die Ausrichtung anhand des vom Spiegel reflektierten Sonnenlichts vornehmen. Das mittels Software hinzubekommen, ist schwer genug, und wir haben unsere Lösung patentiert.“

Übrigens: Laut Wikipedia ist die gesamte auf die Erdoberfläche auftreffende Energiemenge über fünftausend Mal höher als der weltweite Energiebedarf. Potenzial ist bei diesem Startup-Vorhaben also mehr als genug vorhanden… ☺

(Bildquelle: eSolar)

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