Das Prinzip „Spieltrieb“, Teil 2

Neuer Beitrag, altes Problem: Zum Energie und Wasser sparen oder etwa Recycling können wir uns oft nur schwer animieren. Denn wenn es um Energiemanagement und Umweltschutz geht, kommt uns meist nur folgendes in den Sinn: Vernünftig? Ja! – Spaßig? Nein!

Eine Tatsache, mit der auch Volkswagen Schweden zu kämpfen hatte, als die Verbraucher von den Vorzügen eines Fahrzeugs mit emissions- und verbrauchsarmen Antrieb begeistert werden sollten. Wie also überzeugt man Menschen davon, dass Öko nicht nur vernünftig ist, sondern auch Spaß macht? Laut eines Artikels in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brand eins hatten ein paar findige Werber aus Stockholm schließlich folgende Idee:

„Statt wie üblich geschliffene Botschaften zu verkünden, sollen die Leute die Theorie, die der Konzern für seine Autos beanspruchte, auf das alltägliche Leben übertragen.“

So wurde die Webseite www.thefuntheory.com geboren. Unter Auslobung eines Geldpreises konnte hier jedermann eigene Ideen einreichen, bei der Spaß menschliches Verhalten zum Besseren verändert. Das Ergebnis: Über 150 Geistesblitze, die mehr Freude am Recycling, Treppensteigen, Müll entsorgen und, und, und bereiten sollen. Manche Ideen wurden umgesetzt und Stockholms Bewohnern für ein paar Tage zum Testen überlassen. Wie zum Beispiel ein zum Spielautomaten umfunktionierter Recycling-Container, der seine „Mitspieler“ für jede eingeworfene Flasche mit Punkten belohnte. Aktueller Zwischenstand nach einem Testtag: Statt wie üblich einer Hand voll Leute benutzten diesen Container fast 100 Personen. In einem mit Fallgeräuschen animierten Mülleimer wurde innerhalb einer Stunde sogar rund 40 kg mehr Müll als üblich entsorgt (für alle Interessierten: die passenden Videos gibt’s auf www.thefuntheory.com zu sehen).

Was lernen wir daraus? Wenn eine gute Tat einen gewissen „Fun-Faktor“ mit sich bringt, lassen wir uns schneller dazu animieren, diese zu vollbringen. Fragt sich nur noch, wie sich die Fun-Theorie auch im Green IT-Bereich erfolgreich umsetzen ließe. Mit PCs, die jedes Mal in tosenden Applaus ausbrechen, sobald man die Stromsparfunktion aktiviert? Oder mit einer Art Russisch Roulette für Drucker, wobei Ausdrucke per Zufallsprinzip zerschreddert werden, um so die Anzahl unnötiger Ausdrucke zu reduzieren? Am besten, wir lassen hierzu einmal unsere Gedanken spielen. Denn spielen, das macht uns fast immer Spaß… 🙂

(Bildquelle: thefuntheory.com)

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