Schocktherapie

Dunkle Augenringe, blasser Teint und zitternde Hände: Die Rede ist hier nicht vom eigenen morgendlichen Spiegelbild nach einer durchzechten Nacht. Sondern von den oft typischen Erkennungszeichen eines Internetsüchtigen. Allein in Deutschland sollen bereits ca. 1,5 Millionen Menschen vom Surfen im World Wide Web abhängig sein.

www-victimIm Reich der Mitte sind davon natürlich mehr betroffen – vor allem auch Millionen von Kindern und Jugendlichen. Wer in China im Laufe von drei Monaten mehr als 6 Stunden täglich online ist – wohlgemerkt während seiner Freizeit – gilt als gefährdet. Auch Begleiterscheinungen wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen oder der Drang, immer wieder ins Netz gehen zu müssen, werden als verdächtige Merkmale angesehen.

Um dem Internet verfallenen Dreikäsehochs ihr Laster auszutreiben, bieten zahlreiche chinesische Kliniken spezielle Suchttherapien an. Besonders drastisch trieb es eine Therapiestätte in der Provinz von Shandong: Dort wurden die jungen Online-Junkies unter anderem durch die Verabreichung von Elektroschocks diszipliniert. Den elektrischen Schlag in einer Stärke von bis zu 200 Milliampere gab es allerdings nicht zu therapeutischen Zwecken – sondern als Bestrafung, wenn die Patienten eine der insgesamt 86 Therapie-Regeln gebrochen hatten. Zu diesen zählte z.B. das Essen von Schokolade oder das Badezimmer abzuschließen.

Mittlerweile hat die Klinik diese äußerst unschöne Form der Disziplinierung wieder abgeschafft, nachdem das chinesische Gesundheitsministerium zu dem Schluss kam, die Elektroschocks aus Sicherheitsgründen zu verbieten. Übrigens: Auslöser des Verbots waren Berichte ehemaliger Patienten, die ihre Erlebnisse (aufgepasst!) im Internet veröffentlicht hatten…

(Bildquelle: lustich.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.