Etikettenschwindel

Frage: Was tut man heutzutage, wenn man für einen waschechten Umweltsünder gehalten wird? Reue zeigen? Bestmögliche Wiedergutmachung? Falsch! Man macht es genauso wie beispielsweise BP oder Volkswagen – und verpasst sich einfach einen schicken grünen Anstrich!

In der Fachsprache heißt diese Methode Greenwashing und wird auf Wikipedia wie folgt erklärt:

Greenwashing oder Greenwash ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsvolles Image zu verleihen. Hierbei werden die Techniken der Öffentlichkeitsarbeit, der Rhetorik und der Manipulation benutzt, um einer Firmengeschichte eine reine Weste zu verpassen.“

Im Fall von BP wollte sich der Konzern einen Imagewandel durch den Wechsel seines Logos und Slogans verpassen. Der traditionelle Name „British Petroleum“ wurde in „Beyond Petroleum“ geändert, was soviel bedeuten soll wie Jenseits vom Öl. Begleitend dazu wurde ein ökologisch angehauchtes Logo kreiert, das eine Sonne umgeben von grüner Biomasse darstellt.

logos-bp

Mehr auf starke Worte als einen neuen Look setzte Volkswagen in Sachen Greenwashing: und zwar in Form einer Broschüre mit dem Titel „Verantwortung übernehmen. Volkswagen und CO2“. Message des Heftes ist die massive Reduzierung von CO2-Emissionen als oberstes Ziel des Konzerns. Umgesetzt wurde dies laut Umweltexperten aber noch nicht. Mit einem CO2-Ausstoß von 173 Gramm pro Kilometer ist der Ausstoß für Autos der Mittelklasse sogar viel zu hoch. Zwar bestehen Ansätze zur CO2-Reduzierung wie z.B. das Antriebskonzept BlueMotion, die damit ausgestatteten Modelle sind aber teuer und werden nicht oft gekauft.

Fazit: Das immer mehr Unternehmen auf der grünen Welle schwimmen, hat wenig damit zu tun, sich in eine umweltfreundliche Richtung ändern zu wollen. Vielmehr ist es ein deutliches Zeichen für den steigenden Druck, unter dem sie stehen – sowohl seitens der vom Klimawandel beängstigten Kunden als auch seitens der Politik, die schädliche Emissionen durch stärkere gesetzliche Vorgaben senken will. Eigentlich schade, dass man uns Verbraucher mit Greenwashing-Methoden weiterhin für dumm verkaufen will. Bei so vielen grünen Lügen sehe ich zumindest rot…

3 Kommentare

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  1. Ja das mit dem grünen Image ist so eine Sache. Auf diesen Zug sind einige Firmen aufgesprungen … leider manchmal nur zu PR-Zwecken. Aber immerhin ist man als Verbraucher nicht so machtlos wie viele denken und wir können uns aussuchen was wir bei wem konsumieren!!

  2. das Schlimme ist doch, daß die wenigsten Verbraucher dahinter schauen sondern sich einfach von so einem hübschen Logo leiten lassen oder zumindest von gut klingenden Vorhaben und genau das gibt dieser Art PR wieder recht. Uns bleibt immerhin die Wahl auf Unternehmen zu setzen, die wirklich nachhaltig daran arbeiten, „grün“ zu werden

  3. […] diese in der Industrie äußerst beliebte „Greenwashing“-Methode habe ich ja schon in einem älteren Beitrag berichtet. Nicht weiter verwunderlich ist es, dass dieser Vorgang, bei dem sich Konzerne ohne […]

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