Bei Anruf: Licht

Als mein Jüngster kürzlich unter Einschlafproblemen aufgrund der Dunkelheit im nächtlichen Zimmer litt, besorgte ich ihm eines dieser Schlummerlichter mit sich drehenden Kindermotiven. Als ich den bonbonbunten Lichtspender zum ersten Mal anknipste, das monotone Schauspiel dreier sich drehender Delphine betrachtete – und mein Sohn ab diesem Zeitpunkt kein Einschlafproblem mehr hatte, dachte ich nur: „Schon erstaunlich, was Lampen heutzutage alles können…“ Was das Schlummerlicht aus dem Möbelhaus alles leisten kann ist jedoch ein Witz im Gegensatz zu dem, was Straßenlaternen in Zukunft alles können sollen!

In einem schon etwas älteren Beitrag (siehe „Grüne Erleuchtung“) erwähnte ich ja bereits die bevorstehende Serienproduktion von verbrauchsarmen LED-Lampen, welche die gute alte Straßenlaterne langfristig ersetzen sollen. Doch darüber hinaus werden auf der ganzen Welt gerade zahlreiche weitere Pilotprojekte „im Auftrag: intelligente Laterne“ erprobt

Laut eines aktuellen Beitrags auf spiegel.de fällt zu diesem Thema eine Vision besonders auf: die Laterne mit Telefonanschluss!

„(…) So fiel der Spruch von den „aufregenden Zeiten“ für Laternen im Rahmen einer Konferenz in San Francisco, bei der auch die Steuerung der Straßenbeleuchtung per Mobilfunk demonstriert wurde. Dahinter steht die Idee, dass sich die LED-Potentiale erst durch eine vollwertige Vernetzung jeder einzelnen Straßenlaterne realisieren lassen. Neben San Francisco sollen bald auch Laternen in Österreich eine Handy-Steuerung erhalten. (…) Die Unternehmen wollen in den nächsten Monaten die punktgenaue Steuerung der Beleuchtung per Mobilfunk erproben, aber auch Konzepte wie die Stauwarnung durch farbiges Blinken.“

Straßenlaternen mit Telefonanschluss sind aber noch lange nicht die Spitze des Eisbergs: Auch Straßenlampen, die besondere Ereignisse durch eine farbige Beleuchtung ankündigen oder die bewegungssensorgesteuert Fußgängern wie Autos mit einem Lichtkegel folgen, könnten in einigen Jahren Realität werden.

laternen

Da frage ich mich: Wenn einem auf dem nächtlich-unheimlichen Nachhauseweg ständig ein Lichtkegel im Nacken sitzt – werden dann in Zukunft mehr Menschen unter Verfolgungswahn leiden? Da bin ich doch lieber dafür, Straßenlaternen durch riesige Schlummerlichter zu ersetzen… 😉

(Bildquelle: dpa)

2 Kommentare

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  1. […] die über das normale Telefonieren hinaus gehen (siehe auch einen meiner letzten Beiträge: „Bei Anruf: Licht“). Dass diese bald auch den städtischen Müllabfuhren tatkräftig unter die Arme greifen […]

  2. Langsam nervt mich dieser Hype um das Licht per Anruf/SMS.
    Es wird auf allen Sendern und in jedem Print-Medium darüber berichtet und das überwiegend blind optimistisch.
    Mich stört einiges allerdings gewaltig:
    Nicht nur, dass der Bürger hierbei für die Verbindungskosten aufkommen muss, jeder ohne Handy aufgeschmissen ist, Diebe, Einbrecher und Sittenstrolche einen Freifahrtschein bekommen, der Überwachungsstaat de facto nachvolliehen kann, wer wann wo das Licht an gemacht hat und das ganze Vorhaben ökologischer Nonsens ist:
    Würde man dieses System flächendeckend einführen entstehen auch gleich noch einmal hohe Betriebs- und Wartungskosten für diese High-Tech-Leuchten.
    Das zahlt der Bürger dann an Steuern nochmal oben drauf.
    Ersparnis tendiert gegen null.
    Effektiver Nutzen ebenfalls.
    Viel sinniger wäre es doch, ein paar Mio. in die Bio-Lumineszenz-Forschung zu stecken, um biochemisch unendlich Licht zu erzeugen; ich zitiere hier wikipedia als Anreiz:
    „Eine etwas andere Art der Lichterzeugung, nämlich durch Photoproteine, verwendet die Qualle Aequorea victoria. Dieser Coelenterat (Hohltier) verwendet Aequorin, ein Ca2 -abhängiges primäres Photoprotein. Da es im Laufe der Reaktion nicht wie andere Luciferine chemisch umgewandelt wird, sondern nach der Emission des Lichts in seinen Ausgangszustand zurückgelangt, ist es unbegrenzt wiederverwertbar. Das grüne Leuchten dieser Quallen entsteht durch die Kombination von Aequorin mit dem grün fluoreszierenden Protein (GFP).“

    Wieso nutzt man die Gentechnik nicht abwechslungsweise mal sinnvoll?

    PS: da ich auf diese Idee noch kein Patent angemeldet habe, steht es den sog. Erfindern frei meine Idee umzusetzen und einen riesen Reibach zu machen 😉

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