Ultra-Low-Speed-Mailing

Frei nach dem Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ geht in Sachen e-Mails versenden in England derzeit tierisch die Post ab – oder genauer gesagt: die Schneckenpost.

Die Künstler Vicky Isley und Paul Smith haben am Computerkunst-Institut der britischen Bournemouth-Universität das Projekt „Real Snail Mail“ ins Leben gerufen. Dabei lassen sie drei Schnecken namens Muriel, Austin und Cecil e-Mails auf einem Minichip durch ein Terrarium transportieren.

E-Mails per Schneckenpost verschicken? Ja, das funktioniert – und zwar so: Jeder Schnecke wurden Miniaturschaltkreise und ein Funkchip aufs Häuschen installiert. Im Schnecken-Terrarium befinden sich zudem zwei Lesegeräte, die die Funkchips sowohl beschreiben als auch auslesen können.

Über die Webseite www.realsnailmail.net können seit einiger Zeit alle, die es mit High-Speed-Surfing nicht so genau nehmen, eine e-Mail verfassen, die anschließend in eine Schneckentransport-Warteschleife gelangt. Sobald Muriel, Cecil oder Austin näher als 3 Zentimeter an ein Lesegerät heran kommen, schreibt dieses die aktuell anstehende Mail auf den Chip am Schneckenhaus. Kommt dieselbe Schnecke schließlich in die Nähe des anderen Lesegeräts, liest dieses die Nachricht aus und versendet sie übers Internet an die angegebene Empfängeradresse.

Die durchschnittliche Zustelldauer beträgt übrigens – je nach Schnecke – zwischen zwei Tagen und mehreren Jahrhunderten. Könnte also gut sein, dass eine Nachricht wie „Wir freuen uns über die Geburt unserer Tochter Lili“ erst dann den Empfänger erreicht, wenn Klein-Lili bereits fleißig für ihr Abitur büffelt 😉

(Bildquelle: www.realsnailmail.net)

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