Grüner geht’s immer

Sieht man sich das „Umweltschutzbarometer der Computerindustrie“ an, das Greenpeace 2006 veröffentlichte, lautet das Urteil für die Produkte von Apple: Außen hui – innen pfui!

Auf oben genannter Tabelle nahm der Spitzenreiter in Sachen Design nämlich den letzten Platz ein. Laut Greenpeace verwendet Apple bei der Herstellung giftige Materialien (u.a. Blei und Quecksilber). Auch mit ihrer undurchsichtigen Vor­gehens­weise in Sachen Recycling gewinnt die Firma mit dem Apfel-Logo keinen grünen Blumentopf. Trotz dieser Tatsachen sah Steve Jobs keinen Handlungsbedarf und speiste die Ergebnisse als „fachlich inkorrekt“ ab.

So entstand im September 2006 die Kampagne „Green my Apple“, um Apple-Kunden zum internationalen Protest aufzurufen. Unter www.green­peace.org/apple kreierte Greenpeace eine Website, die von Apples Onlineauftritt kaum zu unterscheiden ist. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch schnell, dass auf den Monitoren der dort abgebildeten Rechner Fotos von asiatischen Kindern in Bergen aus Computerteilmüll zu sehen sind.

Unter dem Motto „Wir lieben Apple. Deswegen fordern wir als Fans einen grüneren Apple.“ „apple-lierte“ Greenpeace an die Mac-Konsumenten, Steve Jobs zum Umdenken zu bewegen, indem sie sich direkt per Mail an ihn wenden. Darüber hinaus konnten sich die User kreativ austoben und ein eigenes T-Shirt zur Kampagne entwerfen.

Auf diesem Weg verbreitete sich die Website bei tausenden von Usern – mit Erfolg: Greenpeace erhielt für die Kampagne 2007 den Webby Award, die Massenmedien wurden auf das Thema aufmerksam und Apple geriet vermehrt unter Druck. Ein Dreivierteljahr nach Kampagnenveröffentlichung versprach Steve Jobs tatsächlich Besserung. So sollen giftige Stoffe wie Arsen, Brom oder Quecksilber bis Ende 2008 aus den Produkten verschwunden sein und die Recyclingquote bis 2010 erhöht werden.

Geht doch. An diesem Beispiel wird mir wieder einmal deutlich, wie viel Macht Konsumenten besitzen, wenn sie sich dieser bewusst werden…

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