Spurensicherung

Mit Sicherheit kennen auch Sie das Sprichwort: „Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist.“ Ich bin mir sicher: Unsere Freundschaften sagen viel über uns aus. Dass dasselbe auch für unsere Browser gilt – dessen war ich mir bis Panopticlick allerdings nicht bewußt…

Erst vor kurzem hat die amerikanische Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) ein experimentelles Projekt namens Panopticlick veröffentlicht. Dieses untersucht den vom User verwendeten Browser, um Rückschlüsse auf dessen Identität zu ziehen – und zwar ohne Zuhilfenahme von IP-Adresse oder Browser-Cookies. So wird uns durch Panopticlick schnell deutlich, dass wir selbst dann nicht anonym durchs Web surfen, wenn wir Webseiten die Nutzung von Cookies verbieten. Denn neben Browserart und Browserversion werden unter anderem auch Angaben über installierte Plugins und auf dem Rechner installierte Schriftarten weitergegeben.

Also, liebe Netzheimer-Leser: Wer möchte, kann gleich hier testen, ob auch er durch seinen Browser leicht identifizierbar ist. Beim Test selber werden übrigens nur anonyme Daten gesammelt. Im Anschluss erhält jeder Teilnehmer eine Einzigartigkeits-Punktzahl, die anzeigt, wie einfach man im World Wide Web zu ermitteln ist. Viele werden dabei mit Erstaunen feststellen: Es ist kinderleicht. Das Fatale: Die meisten User kriegen davon nichts mit. Um dem Abhilfe zu schaffen, stellt die EFF nützliche Tipps bereit, um die eigene Browser-Identität ab sofort besser zu vertuschen.

Passend zu diesem Thema möchte ich noch kurz von einem Beschluss für mehr Transparenz im Internet-Marketing berichten, der jüngst in den USA gefasst wurde. So ist für diesen Sommer die Einführung eines Icons geplant, das zahlreichen Online-Ads angefügt werden soll. Klickt man auf das Icon, leitet es den User auf eine Infoseite weiter. Hier erfährt er, wie der Werbetreibende online gespeicherte Daten oder die eigene Surfhistorie genutzt hat, um dem User die jeweilige Ad zuzuordnen.

Bis es soweit ist, können wir zumindest schon mal die Einzigartigkeit unseres Browsers überprüfen. Das Ergebnis meines besten Freundes lautete übrigens: „Your browser fingerprint appears to be unique among the 604,310 tested so far.“ Das heißt: Selbst unter mehr als 604.000 Surfern wäre er ganz einfach wieder zu erkennen. Ach, er ist einfach ein total offenherziger Typ… Und wie heißt es doch so schön? „Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist.“

(Bildquelle: panopticlick.eff.org)

3 Kommentare

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  1. Neo2
    24. Februar 2010 (11:27) | Permalink
    1

    was man alles über webtracking und über den Internetnutzer erfahren kann ist sicher ein Thema, mit dem jeder sich mal intensiver beschäftigen sollte … doch was manch einer von sich schon so in Internetcommunities von sich Preis gibt, ist sowieso irgendwie beänstigend, da braucht es gar keine komplizierten Trackingmethoden :-(

  2. Wayne
    25. Februar 2010 (20:16) | Permalink
    2

    Ja, da hast du Recht, in den Social Networks lassen die Benutzer eh alle die Hosen runter. Welcome to 2010 :-)

  3. Neo2
    26. Februar 2010 (19:03) | Permalink
    3

    Hosen runter … ein gutes Stichwort, was man da alles zu sehen bekommt … für mich “to much information” eindeutig :-)

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