Am 02. September war es da: das Ende der Ära „Abwrackprämie“. Denn: An diesem Tag wurde das Portal für die Abwrackprämien-Online-Reservierung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle geschlossen.
Vorerst zumindest. Schon einen Tag später hatten alle, die ihre alte Rostlaube noch gegen eine ansehnliche Prämie samt Neuwagen eintauschen wollen, die Möglichkeit, einen Online-Antrag für einen Platz auf der Abwrackprämien-Warteliste auszufüllen. Hintergrund der Warteliste: Diese wird über die Behörde für weitere 15.000 Antragsteller eingerichtet. Sollte ein den Behörden bereits vorliegender Antrag nicht zur Prämienzahlung berechtigt sein, hat jemand auf der Liste die Chance auf einen dieser letzten Verschrottungszuschüsse.
Wie es sich für eine anständige Ära gehört, sollte deren Ende mit einem umfassenden Resümee untermalt werden. Ich zitiere an dieser Stelle gerne ein paar Textpassagen aus einem treffenden Stern-Artikel zum Ende der Abwrackprämie:
„Ein teures ökonomisches Strohfeuer, entzündet mit dem alleinigen Ziel der Regierungsparteien, sich vor der Bundestagswahl noch einmal im wärmenden Licht zu präsentieren. (…) Rostschüsseln gegen Benzinfresser einzutauschen, was ja möglich war, hat doch keinen Sinn. Wenigstens hätte man die Prämie auf den Kauf umweltfreundlicher Autos beschränken müssen. Unterm Strich jedoch wurde vor allem ausländischen Herstellern der deutsche Markt geöffnet, auch jenen, die kein ökologisches Bewusstsein im Tank haben. (…) Eine ökonomische Rechtfertigung dieser Spendenaktion gibt es bis heute nicht. Die globale Krise auf dem Automarkt ist damit keineswegs ausgeräumt, unverändert sind die Produktionskapazitäten um Millionen Autos zu hoch, Opel eingeschlossen, selbst dann, wenn sich die neuen Märkte in Indien und China so massiv entwickeln sollten, wie die Hersteller hoffen. (…)“
In Sachen „Abwrackprämie“ scheint das dicke Ende also noch nicht erreicht. Besonders auffällig: Nach der Bundestagswahl gab es die Prämie weiter, sie wird halt von den Autoverkäufern getragen. Heißt das, sie hätten eh billiger anbieten können? Oder heißt das, sie haben die Preise einfach erhöht und gehen nun mit dem Preis wieder runter? Staatliche Eingriffe führen beinahe jedesmal zu Marktverzerrungen. Das Ziel wird in den seltensten Fällen erreicht.
Aber was soll’s. Gönnen wir es den Autohändlern, die haben es schwer genug. Und Geld genug war ja offensichtlich da.
(Bildquelle: Privat auf www.markt.de)
Ein Kommentar
Schreibe einen Kommentar»Ja, eine Investition für den Kauf eines umweltfreundlichen Wagens, dass wäre was sinnvolles gewesen, aber na ja. Amerika hatte ja übrigens eine Aktion unter dem Stichwort cash for clunkers und die haben übrigens für die verschrotteten Autos sogar eine “National Memorial Gallery” errichtet