Hokus Pokus! Schon als kleiner Knirps war ich ein großer Fan von Zauberern. Am meisten faszinierte mich der Trick mit der Taube, die sich nach Auflegen eines Tuchs oder Zylinders im Handumdrehen in Luft auflöste. Jahrelang beschäftigte mich immer wieder die Frage, wohin genau die Magier ihr flatterhaftes Accessoire verschwinden ließen…
Vor einem ähnlichen Rätsel stehe ich heutzutage in Anbetracht eines Vorhabens, das der britische Verband der Maschinenbau-Ingenieure zum Abbau von CO2-Treibhausgasen auf den Plan zu rufen gedenkt: So sollen in England mithilfe künstlicher Bäume CO2-Emissionen schnell und einfach absorbiert werden. Bei den künstlichen Bäumen handelt es sich um Türme mit aufgesetzten Kollektoren, die beim Durchfluss von Luft mithilfe eines speziellen absorbierenden Materials das Kohlendioxid aus der Luft entfernen.
In England würde man nach Rechnung der Institution of Mechanical Engineers ca. 100.000 dieser „CO2-Fänger“ benötigen, um sämtliche durch Straßenverkehr und britische Haushalte verursachte Emissionen zu absorbieren. Wie beim guten alten Tauben-Trick stellt sich hierbei aber auch die Frage: Und wohin verschwinden die Emissionen dann? Lösen sich diese einfach in Luft auf? Oder sind die künstlichen Bäume etwa so innovativ, dass sie wie ihre natürlichen Vorbilder die dicke Luft in lupenreinen Sauerstoff umwandeln? Keinesfalls!
Das eingesammelte CO2 müsste nämlich in unterirdische Speicher verpresst werden. Auf diesem Weg entstünden also unterirdische CO2-Müllbergen … Darüber hinaus stellt sich mir auch die Frage, wie viel CO2-Ausstoß allein durch die Herstellung von 100.000 „CO2-Fängern“ entstehen würde.
Aus der Zauber – was können diese Dinger, was echte Bäume nicht können? Wieso pflanzt man nicht für denselben Betrag einfach ganz normale Bäume? Die könnte man dann irgendwann fällen und ganz ganz tief eingraben. Noch tiefer. Damit künftige Generationen eine Chance haben, wieder nach Erdöl zu bohren…
(Bildquelle: Institution of Mechanical Engineers)

Ein Kommentar
Schreibe einen Kommentar»ja und für das Landschaftsbild, wär der eine oder andere Baum sicher auch schöner