Strom kommt aus der Steckdose? Von wegen! Wissenschaftler der University of Washington haben jüngst einen Schaltkreis entwickelt, der Strom aus einer sehr außergewöhnlichen Quelle bezieht: einem Ahornbaum! Ein findiges Forscherteam der Universität hat nämlich eine Möglichkeit entdeckt, elektrischen Strom aus Bäumen zu gewinnen.
Genauer gesagt handelt es sich hierbei um eine spezielle Ahorn-Art, die auf dem Universitätsgelände weit verbreitet ist und bei der die Forscher feststellten, dass diese eine Spannung im Millivolt–Bereich erzeugt. Um diese geringe Spannung nutzbar zu machen, wurde ein Gerät entwickelt, das sich mit dem Strom aus der „Baumdose“ betreiben lässt. Dazu gehört ein bislang einzigartiger Wandler, dem es möglich ist, mit geringen Spannungen von 20 Millivolt zu arbeiten und diese als höhere Spannung im Bereich von 1,1 Volt wieder auszugeben. Dies liegt aber noch immer unter der Leistung einer Knopfzelle.

Kraftwerke werden die holzigen Sauerstoffproduzenten also nicht ersetzen können, da die Bäume nicht ausreichend Strom für den Betrieb herkömmlicher elektrischer Geräte liefern. Dennoch ist die Entdeckung der energiegeladenen Bäume nicht für die Katz: Immerhin ist es laut Aussage der Wissenschaftler vorstellbar, mit ihrer Energie Sensoren zu betreiben, die Luftqualität messen oder Waldbrände melden können.
Eigentlich schade, dass sich der heimische Strom künftig nicht am meinem durch Kinderschaukel und Apfelsägewespen gepeinigten Obstbaum anzapfen lässt. Um aber neben der Fallobstgewinnung einen weiteren Nutzen aus meinem hölzernen Gartenbewohner zu ziehen, könnte ich ihm einen eigenen TwitterAccount einrichten. Dazu mehr in meinem nächsten Beitrag…
(Bildquelle: University of Washington)
