Eines meiner liebsten persönlichen Mottos lautet immer noch „Wer von etwas zuviel hat, kann ruhig etwas abgeben!“ So handhabe ich das nicht nur im Beruf, indem ich den normalen Arbeitszeit-Rahmen sprengende Aufgaben an gerade unterforderte Kollegen delegiere (was nicht immer auf Begeisterung stößt) – aber auch im Privatleben, indem ich mich hinsichtlich meines Weinvorrats im Keller, der Zeche in der Lieblings-Bar oder gut gemeinter Ratschläge stets recht großzügig verhalte (was eigentlich ständig auf Begeisterung stößt).
Daß mein Motto seinen Weg auch immer mehr in den IT-Bereich findet, beweist das vom internationalen Technik- und Managementberatungskonzern WSP Group erdachte Konzept, das kürzlich in England vorgestellt wurde: Hierbei handelt es sich um die Idee, von Datenzentren produzierte Abwärme als Energiequelle für umliegende Wohnhäuser weiter zu geben.
Für die Umsetzung der Idee wurde der britische Rechenzentrumsbetreiber Telehouse Europe auf den Plan gerufen. Im ersten Schritt will dieser bis 2010 ein Datenzentrum in London fertig stellen, das dank des neuartigen Konzepts nicht nur die CO2-Emissionen des insgesamt 9 Stockwerke hohen Gebäudes um fast 1.100 Tonnen jährlich senkt – sondern zudem Energie für das benachbarte Wohnviertel liefert.
Auf diesem Weg ist es dem Unternehmen möglich, nicht nur eigene Energiekosten zu sparen, sondern auch etwas Gutes für den Umweltschutz und die lokalen Mitmenschen zu tun. Na, wenn das mal nicht absolut herzerwärmend klingt…
Bei uns klappt das nicht. Wir forschen seit vielen Jahren, aber niemand will unsere Abwärme haben. “Nicht wirtschaftlich” heißt es. Meine Meinung: noch. Noch nicht wirtschaftlich. Wiedervorlage: nächstes Jahr.
(Bildquelle: peter-dueren.de)