Schrottgrenze

computerschrottAfrika: Dunkler Kontinent, berühmt für seine artenreiche Tierwelt, seine bunten Völker, atemberaubenden Land­schaften… und imposanten Berge aus Elektroschrott. Genau, Sie haben richtig gehört: Elektroschrott. Denn immer noch sammeln sich in Ent­wick­lungs­ländern weltweit riesige Mengen dieses äußerst um­welt­ge­fähr­den­den Mülls.

Abhilfe dagegen sollte durch das bereits 1989 ins Leben gerufenen Basler Über­ein­kommen geschaffen werden, welches sich für die Kontrolle und Regelung „der grenz­über­schrei­ten­den Ver­bringung gefährlicher Abfälle und ihrer Ent­sorgung“ einsetzt. Mittler­weile sind dieser Ver­ein­barung rund 170 Staaten beigetreten, darunter auch Deutsch­land. Von einer Teilnahme ab­gese­hen haben die USA. Doch wen wundert dies noch, wenn man hört, dass das Land der un­be­grenz­ten Möglich­keiten 80% seines Elektro­schrotts ins Ausland exportiert?

Der US-amerikanische Computerhersteller Dell – erst im März dieses Jahres von Greenpeace in die Rangliste der größten IT-Umweltsünder aufgenommen – möchte nun mit einer neuen Initiative ein besseres Beispiel als sein Heimatland abgeben. Ziel der Dell-Initiative ist es, einen wichtigen Beitrag zur gewissen­haften Ent­sorgung von alten Computer­geräten und -teilen zu leisten. Dabei definiert Dell unter dem Begriff „Elektronik­schrott“ alle nicht mehr funktions­fähigen Geräte und Teile, unab­hängig von ihrer Material­zusammen­setzung. Durch eine strenge Zerti­fizie­rung und Kontrolle der Funktions­fähigkeit hofft das Unter­nehmen zu verhindern, dass gefährliche Elektro­schrott­berge weiterhin auf illegalen Deponien in Ent­wick­lungs­ländern wachsen.

Nun ja: Nach der kürzlich erhaltenen Schelte seitens Greenpeace scheint dieses Engagement sicher nicht ganz uneigen­nützig zu sein. Dennoch bleibt zu hoffen, dass durch „Umwelt­image-Auf­besserungs­maß­nahmen“ wie diese ein Beitrag dazu geleistet wird, dass in Afrika-Reise­katalogen auch zukünftig für Safari­touren statt für Trekking­trips durch IT-Schrott­berge geworben werden kann…

(Bildquelle: Wikipedia.de)

Ein Kommentar

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  1. Neo2
    12. Juni 2009 (10:16) | Permalink
    1

    Na dann hoffen wir mal – auch wenn die Dell-Initiative nicht ganz uneigennützig zu sein scheint -, dass die Schrottberge abnehmen und sich andere Hersteller ein gutes Beispiel nehmen!

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