Grünkohl

Wenn es um die weiterhin stark ansteigende Verschmutzung unseres Klimas geht, gibt es eine ganze Reihe von „Buhmännern“, die dafür – zu Recht – mit verantwortlich gemacht werden. Dazu gehören auch die weltweit zahlreichen, klimaschädlichen Kohlekraftwerke. Um diesen eine weitere Daseins­be­rech­ti­gung zu verschaffen, arbeiten Energie­ver­sorgungs­unter­nehmen an neuen Technologien, die die Kraftwerke effizienter und mit einem geringeren CO2-Ausstoß arbeiten lassen sollen.

So bemüht sich die Volksrepublik China laut eines Berichts auf heise.de im Rahmen eines Joint Ventures namens GreenGen gerade darum, fortschrittliche Kohlekraftwerke zu erproben und zu bauen:

(…) Erster Schritt bei dem Vorhaben ist die Errichtung eines Kraftwerks nach der so genannten IGCC-Technik (Integrated Gasification Combined Cycle). Solche Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke besitzen eine vorgeschaltete Brennstoffvergasung und bieten einen besonders hohen Wirkungsgrad bei niedrigem Schadstoffausstoß, können fast so sauber wie Erdgaskraftwerke verbrennen. (…)

Aktueller Stand des Kraftwerk-Vorhabens ist, dass bereits wichtige Teile der Ausrüstung bestellt worden sind, die Arbeit am Fundament sowie die Bauvorbereitungen laufen bereits. Auf diesem Weg wird GreenGen laut Ming Sung der Clean Air Task Force zum modernsten IGCC-Projekt seiner Art auf der Welt.” In den USA dagegen scheint diese „Clean Coal“-Technologie nach und nach ausgebremst zu werden. Im Februar 2008 wurde bereits ein Schlussstrich unter ein IGCC-Demonstrations-Projekt gezogen; bei 30 ähnlichen Vorhaben der amerikanischen Energieversorger lassen sich seit mehr als 8 Jahren bis auf eine Ausnahme kaum Fortschritte verbuchen.

Fazit: Eine neue Technologie, um das Image der bei Umweltschützern unbeliebten Kohlekraftwerke aufzupolieren, scheint meines Erachtens fragwürdig. Wahrscheinlich sind diese Entwicklungen doch eher Politikern als unserer stark angeschlagenen Umwelt von Nutzen. Möchten wir uns also weiterhin verkohlen lassen?

(Bildquelle: REUTERS)

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