Hier mal wieder eine typische Netzheimer-Frage: Was hat der Ohrwurm „Dance with somebody“ von Mando Diao mit der am 14. Januar 2009 eingeführten Abwrackprämie gemeinsam? Für mich folgendes: Obwohl beide noch relativ neu sind, hängen sie mir jetzt schon zu den Ohren heraus… Während ich ersterem „Übel“ durch das geflissentliche Auslassens des Radios gut aus dem Weg gehen kann, ist die Abwrackprämie nicht nur in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sowie den Medien in aller Munde – sondern auch ein immer öfter auftauchendes Schlagwort in den Verkaufsaktionen zahlreicher Einzelunternehmen.
So kann man mittlerweile nicht mehr nur eine Prämie dafür kassieren, dass man seinen alten Wagen verschrotten lässt und durch den Kauf eines Neuen den Autohändlern über schwierige Wirtschaftszeiten hinweghilft – nein auch für die Vernichtung von Handys, SIM-Karten, Druckern oder sogar Vibratoren rollt mittlerweile der Rubel. Ein paar schöne Beispiele für den aktuellen Abwrack-Hype finden sich in der Kolumne des Stern-Redakteurs Carsten Scheibe.
Doch allen voran kommt die Abwrackprämie besonders den Automobilherstellern gelegen, die mittlerweile sogar nach einer Erhöhung und Ausweitung der Prämie verlangen. Eine Forderung, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kategorisch ablehnt, da die Gewährung der Prämie nicht mit ökologischen Vorgaben verknüpft ist. So würde laut Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, „ein Aufstocken der Prämie neben den bereits vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro weitere Steuergelder in Firmen pumpen, die bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen versagt haben.“ Und: „Es sei nur folgerichtig, dass vor allem Hersteller ausländischer verbrauchsgünstiger Kleinwägen von der Prämie profitieren.“ Statt einer weiteren Unterstützung des Autolager-Abverkaufs in- und ausländischer PKW-Hersteller fordert der BUND daher ein Investitionsprogramm für den Schienen- und Nahverkehr.
Es bleibt also zu hoffen, dass sich der Abwrackprämien-Trend nicht allzu lang fortsetzt und irgendwann wieder von der Bildfläche verschwindet. Was wiederum bei einer eingängigen Chartbreaker-Melodie nicht so einfach funktioniert. Denn: Hat sich ein Ohrwurm erst einmal in den Gehörgang eingenistet, lässt er sich dort oft für viele Jahre nicht vertreiben und macht sich immer mal wieder durch das unbewusste Summen seiner Melodie bemerkbar…
