Mein Leben mit der Photosynthese
Im Allgemeinen gilt Japan ja nicht nur als eine der größten Blogger-Nationen weltweit – sondern auch als das Land mit den verrücktesten Fernseh-Shows (amüsantes Veranschaulichungsmaterial findet sich hier). Wen wundert es da also noch, dass die Ostasiaten mittlerweile sogar mit einer Pflanze bloggen?
Laut einem aktuellen Bericht auf stern.de heißt mein erster grüner Blogger-Kollege Midori-san, ist ca. 40 cm groß und lebt in einem Café in der japanischen Stadt Kamakura, wo er mit den dortigen Besuchern regelmäßig einen Blog betreibt.

Soweit, so gut. Aber wie genau funktioniert der Vorgang, mit dem sich das kleine Gewächs auf dem ihm zugewiesenen Computer letztendlich verständlich macht? Wie jede andere Pflanze auch reagiert Midori-san auf Licht und menschliche Berührungen. Dabei misst ein Sensor die bioelektrischen Signale auf der Oberfläche seiner Blätter. Die daraus entstehenden Daten werden dann mithilfe eines Computer-Algorithmus und gemeinsam mit weiteren Faktoren (wie Temperatur und Wetter) in die menschliche Sprache – in diesem Fall also ins Japanische – übersetzt. Und was genau lässt Midori-san so vom Stapel? Beispielsweise Nachrichten wie diese: „Heute konnte ich ein Sonnenbad nehmen, das hat mir Spaß gemacht.“
Nun ja: Über das Wetter zu reden, tut man im Rahmen meist aufgezwungener Smalltalks schon oft genug… Deshalb wird bereits emsig an einer präziseren Entschlüsselung von Midori-sans Gefühlen gearbeitet. Wenn es dann mal soweit ist, würde ich vielleicht eine Reise nach Japan antreten, um endlich ein paar Dinge zu erfahren, die ich schon immer von einer Pflanze wissen wollte: „Hat Dünger psychedelische Auswirkungen auf deine Wahrnehmung?“, „Ab wie viel Litern Wasser ist eine Pflanze eigentlich betrunken?“ oder: „Ist es nicht langweilig, immer im gleichen Topf zu wohnen? Hast du schon mal ans Auswandern gedacht?“
(Bildquelle: www.stern.de)