Virtueller Schrottplatz

Hätten Sie gewusst, dass es in New York untersagt ist, einen Alligator in der Badewanne zu halten? Oder dass der Fachbegriff „Papaphobie“ für die Angst vor dem Papst steht? Oder dass es mittlerweile nicht nur Müllhalden für Elektroschrott wie alte Rechner und Monitore – sondern auch für Wissen, das die Welt nicht braucht, gibt?

Sie haben richtig gehört: Seit Februar dieses Jahres existiert nämlich eine Art „Recyclinghof für unnützes Wissen“ namens Deletionpedia. Der sich dort stetig ansammelnde „Müll“ besteht aus Wikipedia-Einträgen, welche die Administratoren des Online-Lexikons aufgrund ihrer Abseitigkeit oder Trivialität von der Seite eliminiert haben. Statt aber für immer in den endlosen Weiten des World Wide Web zu verschwinden, werden diese Artikel automatisch auf Deletionpedia eingefügt. Aktuell finden sich dort bereits über 60.000 Einträge wieder, besonders kuriose Highlights werden jeden Monat auf der Startseite vorgestellt.

Wer nun auch Lust darauf bekommen sollte, dem so genannten „Wikipedia-Friedhof“ einen Besuch abzustatten, der zücke sicherheitshalber sein Wörterbuch – denn bislang gibt es Deletionpedia leider nur auf Englisch. Ab Mitte November soll aber allen an Trivialitäten interessierten Usern auch eine deutsche Version zur Verfügung stehen. 

Dass das Wühlen im Müll der unnützen Informationen allseits sehr beliebt ist, beweist übrigens die ständige Überlastung der Deletionpedia-Seite. Möchte man seinem Kopf also eine kleine Auszeit vom anstrengenden Arbeitsalltag gönnen, kann man unter http://deletionpedia.dbatley.com zur Abwechslung statt Tetris oder Solitaire auch mal im digitalen Müll spielen…

(Bildquelle: © Vadim Rybakov – Fotolia.com)

Ein Trackback

  1. Von Felix Netzheimer » Fundstück der Woche am 21. Februar 2009 um 21:35
    1

    [...] weil es immer wieder Spaß macht, in Belanglosigkeiten zu stöbern (siehe auch mein Artikel „Virtueller Schrottplatz“), möchte ich meine Leser hiermit an ein paar besonderen Wissens-Fundstücken zu den Themen [...]

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