Katastrophenschutz

Peinlich, peinlich! Gerade erst ist man nach einer durchzechten Nacht in die heimeligen vier Wände zurückgekehrt und sollte seinen Rausch sofort unter der Daunenfeder gefütterten Bettdecke ausschlafen – da überkommt es einen: Der unnachgiebige Mut wie auch Drang, dem Ex-Partner (oder einer anderen Person, zu der aus guten Gründen Funkstille herrscht) endlich mal eine klärende Mail zu schicken. Am nächsten Morgen dann verursacht nicht nur der obligatorische Kater Schädelbrummen, sondern auch die Gewissheit, einen Riesenfehler begangen zu haben, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt… 

Nutzer eines Google Gmail-Acounts können sich ab sofort vor solch peinlichen Aktionen schützen: dank einer Einstellung namens Goggles – einer Art Selbstschutzfunktion vor unkontrolliertem e-Mail-Versand.

Und so funktioniert’s: Gmail-Nutzer entscheiden zuerst, zu welchen Tageszeiten Goggles aktiv werden soll. Am meisten Sinn macht dies natürlich abends und an Wochenenden – also dann, wenn das Risiko eines Alkoholgenusses mit nicht mehr kontrollierbaren Kurzschlusshandlungen am größten scheint. Möchte der Gmail-Nutzer dann zur selbst erwählten „Sperrstunde“ eine e-Mail versenden, muss er innerhalb einer Minute fünf Mathe-Aufgaben lösen. Schafft er dies, wird seine Mail versendet – ansonsten erreicht sie den gewünschten Empfänger nicht. 

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Von wegen! Wenn einem das Mailprogramm die Zurechnungsfähugkeit abspricht, gibt es ja immer noch das Mobiltelefon. Zwar könnten auch hier spezielle „Don’t drink and dial“-Provider vor dem ein oder anderen Promille-Fauxpas schützen, ein deutscher Anbieter dieser Art ist mir aber noch nicht bekannt. Da hilft nur eins: Vor der nächsten Kneipentour am besten Goggles aktivieren und die SIM-Karte des Handys gut verstecken… oder man übt sich vielleicht doch einfach in Selbstkontrolle. Ganz ohne Werkzeuge…

(Bildquelle: Google Mail)

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