Nach dem Ende der Eiszeit, der Steinzeit und glücklicherweise auch dem Zeitalter der Mode-Desaster (gemeint sind hier die legendären 80er-Jahre), sagen uns Experten nun auch das vorzeitige Ende des Ölzeitalters voraus.
Ein sicherlich drastischer Einschnitt in unser Leben, denn schließlich stellt Erdöl nicht nur die Basis für Heizöl oder Benzin dar – sondern steckt auch in vielen alltäglichen Dingen, wie z.B. Plastik. Bedeutet das Erdöl-Aus also auch den sicheren Niedergang von Mastercards, knisternden Luftpolsterverpackungen oder Barbie und Co. (erzählen Sie das bloß nicht meiner Tochter)?
Nein… denn Metabolix, eine in Massachusetts gegründete Firma, hat kürzlich herausgefunden, wie man Plastik innerhalb einer Pflanze züchten kann! Mithilfe genetisch veränderter Mikroben aus zuckerreichen Pflanzen wie z.B. Mais ist es dem Unternehmen gelungen, einen rein biologischen Kunststoff herzustellen.
Dieser neue Biokunststoff, kurz PHA (Polyhydroxyalkanoat) genannt und von Metabolix auf den Namen Mirel getauft, ist ein echter Alleskönner: So kann er für jede Art von Herstellung verwendet werden, sei es Kreditkarten, Verpackungen oder die Beschichtungen von Konsumgütern.
Der Vorteil von Mirel gegenüber anderem Bioplastik ist, dass der gesamte chemische Prozess innerhalb der Pflanze abläuft, was zusätzliche, komplexe chemische Prozesse nach der Ernte überflüssig macht. Einfach Gras abschneiden, Pflanzenmaterial entfernen – fertig ist das Plastik!
Der größte Vorteil gegenüber traditionellem Plastik ist natürlich, dass für Mirel kein Erdöl benötigt wird, was uns ja in Folge der Ressourcenverknappung irgendwann ausgehen wird. Es scheint also, als ob den Biokunststoffen ganz klar die Zukunft gehört…
Wer weiß: Wenn wir Glück haben und Unternehmen wie Metabolix noch ein paar Jahrzehnte weiter forschen lassen, können wir uns vielleicht irgendwann sogar eigene Zahnbürsten oder Kreditkarten im heimischen Garten heranzüchten… ![]()
