Strom für Saubermänner

Kommen wir noch einmal auf die Sache mit dem Atomstrom zurück. Wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, wird der weltweite Energieverbrauch durch das Internet in Zukunft drastisch ansteigen. Besonders besorgniserregend daran ist, dass alleine der deutsche Internet-Strombedarf zu 80% aus „unsauberen“ Quellen versorgt wird, also durch Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken.

Bei meinen Recherchen bin ich schon auf einige Provider gestoßen, die ihren Strom nur noch aus „sauberen“ Quellen beziehen. Die einen machen Reklame damit, dass sie atomstromfrei sind, die anderen wiederum sind CO2-neutral. Ich kenne doch meine Pappenheimer. Da sind schon Anbieter dabei, die 50% Strom aus einem Atomkraftwerk und 50% aus Kohle haben. Und dann behaupten, sie hätten sowohl CO2-neutralen als auch atomstromfreien Strom. Nur halt nicht gleichzeitig.

Öko in a BoxIch habe meinem Chef vorgeschlagen, zu einem ehrlichen “grünen” Stromversorger zu wechseln. Öko in a box (das Bild habe ich aus der Gimp-Werkstatt). Die Aufgabe ist nun, den “grünen Strom” zum selben Preis hinzukriegen wie den bisherigen Strom. Mein Chef hält nichts davon, von den Wettbewerbern als Ökospinner verlacht zu werden, der auf Kosten der Kunden versucht, sich mit der Rettung des Planeten zu profilieren.

Und zuverlässig muss das alles natürlich auch noch sein – nicht, dass wir anstelle „Verfügbarkeit: 99,99%“ in Zukunft schreiben werden: „Verfügbarkeit abhängig von der aktuellen Sonnenintensität und Windstärke“. Der eine oder andere Kunde könnte eher gedämpft freundlich reagieren.

Ich werde weiter forschen…

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