Ach, das waren noch Zeiten, als man im grünen Secondhand-Bundeswehrparka unterwegs war, auf der Brusttasche stolz den berühmten gelben Button mit der roten „Atomkraft? Nein danke!“-Sonne … Doch wer heute online geht, leistet nicht gerade einen wertvollen Beitrag gegen den Strom aus gefährlichen Atomkraftwerken!
Aktuell sind etwa zwei Drittel aller Deutschen im Internet unterwegs. Dabei sorgen nicht nur die privaten Computer zuhause, sondern auch Netzwerkgeräte und Rechenzentren für einen horrenden, immer weiter steigenden Energieverbrauch. Laut Greenpeace Energy schätzen Experten, dass für den Internetbetrieb in den kommenden Jahren eine Strommenge gebraucht wird, die der Jahresproduktion von drei großen Atomkraftwerken entspricht.
Obwohl der deutsche Gesamtstromverbrauch stagniert, wird der Strombedarf der Informations- und Kommunikationstechnik im Jahr 2010 rund 55 Milliarden Kilowattstunden betragen, wenn diesem Trend nicht durch gezielte Maßnahmen entgegengewirkt wird – das macht fast 11% des für 2010 geschätzten Stromverbrauchs insgesamt aus.
Besorgniserregend? Viel besorgniserregender ist die Tatsache, woher der dafür benötigte Strom kommt: denn fast 80% des Strombedarfs werden nach wie vor durch Atom- und Kohlekraftwerke gedeckt.
Fazit: Die Belastung der Umwelt durch den Betrieb des Internets wurde bisher unterschätzt. Das Internet wird auch in Zukunft weiter wachsen und unsere Arbeit und unser Leben vereinfachen. Doch ohne gravierende Änderungen bezüglich des Internet-Stromverbrauchs wird dessen reibungsloser Betrieb zu einem der gewichtigsten Klimakiller weltweit gehören!
Puh! Auf diesen Schock brauch ich jetzt erstmal einen starken Kaffee. Und heute Abend werde ich gleich – in Gedenken an den guten alten Atomgegner-Button – nach Möglichkeiten für ein atomstromfreies, CO2-neutrales Internet recherchieren… Gab es da nicht mal einen Laptop, den man mit einer Handkurbel betreiben konnte?
